Gestrandet in der Reha: Warum uns das Krankenhausessen krank hält

Jetzt bin ich hier gestrandet. Reha-Klinik Bamberg. Um ehrlich zu sein: Ich bin enttäuscht.

Vielleicht liegt es daran, dass ich einen Vergleich habe. Vor einem Jahr war ich in Schaufling bei Deggendorf (Asklepios). Vergleiche zu ziehen, tut selten gut. Damals habe ich mich beschwert, dass ich zu nah an meinem Wohnort war. Ich fuhr jedes Wochenende nach Hause, zurück zu den privaten Problemen, und konnte nie wirklich abschalten, um mich psychisch auf mein neues Leben einzustellen.

Aber das hier in Bamberg ist anders. Es zieht mich runter. Optisch ist es ganz klar ein Krankenhaus – und eigentlich wollte ich nie wieder in eines.

Zwischen Fledermausbissen und Leberwurst Ich bin jetzt den zweiten Tag hier. Das Personal ist nett, keine Frage. Meine Mitpatienten decken das gesamte Spektrum der Neurologie ab: vom Schlaganfall (wie bei mir) über Vergiftungen bis hin zu exotischen Fällen wie Tollwut durch Fledermausbisse. Wir sitzen alle im selben Boot.

Was mich aber wirklich fertig macht, ist das Essen. Morgens und abends das gleiche traurige Bild: 2-3 Sorten Wurst, 2-3 Sorten Käse, Industriebrot. Es ist nicht nur die Eintönigkeit. Es ist die Qualität. Als dreifacher Schlaganfall-Patient mit zwei behandelten Aneurysmen weiß ich: Hochverarbeitete Wurstwaren, schlechte Fette und leere Kohlenhydrate sind Gift für meine Gefäße.










Ich habe zu Hause lange gebraucht, um meine Ernährung umzustellen. Und hier? Hier wird alles, was ich mir mühsam erarbeitet habe, mit jeder Mahlzeit zunichte gemacht. Es gibt zwar Alibi-Gemüsesaure Gürkchen, Tomaten, etwas Salat – aber das soll ich dann mit einem zucker- und salzhaltigen Dressing aus dem Fertigbeutel ertränken?

"Dann kaufen Sie es sich doch selbst!" Bei der Visite habe ich das angesprochen. Die Antwort des Arztes war ernüchternd: "Sie müssen das ja nicht essen. Sie können sich in Ihrer Freizeit frei bewegen und selbst einkaufen."

Ein Schlag ins Gesicht. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt viel Geld für meinen Aufenthalt hier. Ich erwarte keine 4-Sterne-Behandlung wie in Schaufling, aber ich erwarte, dass eine medizinische Einrichtung mir nicht aktiv schadet. Wir reden hier von einer "zivilisierten" Lebensweise, die uns erst krank gemacht hat, und die hier auf dem Buffet fröhlich weiter zelebriert wird.

Ein Appell an die Jugend Liebe junge Leute, wenn ihr das lest: Tut mir einen Gefallen. Lasst die Leberkäsesemmel weg. Kauft euch frische Sachen, kocht selbst, nehmt euch vernünftiges Essen mit zur Arbeit. Ein Schlaganfall ist nicht lustig. Ihr merkt es vielleicht jetzt noch nicht, aber der Körper vergisst nichts. Selbst in der Kopfklinik Erlangen, einer Spitzenmedizin-Einrichtung, gab es Zucker an jeder Ecke. Unser Gesundheitssystem scheint von der Zuckerindustrie infiltriert zu sein.

Man sagt uns, wir sollen "eigenverantwortlich" leben. Aber wenn 80 % der Lebensmittel im Supermarkt hochverarbeiteter Müll sind, der nur auf Profit und Haltbarkeit optimiert ist, und selbst Krankenhäuser diesen Müll servieren – wo bleibt da die echte Chance auf Gesundheit?

Ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen und Wege finden, mich hier selbst zu versorgen. Aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack – und der kommt nicht nur vom billigen Kaffee.

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